Gemeinsam.Eifel.Leben

Unsere Projekte des Monats

Jeden Monat eine neue Inspiration

Fotobeschreibung: Drei Frauen mittleren Alters, die fröhlich nebeneinander her durch den Wald gehen.
Fotobeschreibung: Eine junge, lächelnde Frau bringt einer Seniorin Einkäufe an die Tür.

Manchmal benötigt es nur ein wenig Inspiration um auf die richtigen Ideen für sein eigenes Leben zu kommen.

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen jeden Monat ein neues innovatives Projekt vorstellen. Lassen Sie sich von neuen Wohnprojekten inspirieren oder entdecken Sie neue gemeinschaftswohl orientierte Organisationen in Ihrer Nähe. Die Auswahl wird immer größer.

Juli

Eifeler Mobilitätsideen

Mobilität ist zweifellslos eines der größten Schwachstellen des ländlichen Raumens, gegenüber der Städte. Umso wichtiger sind deswegen neue und innovative Konzepte, die sich an den Bedürfnissen und der Lebensrealität der Menschen vor Ort orientiertert und praktische Ergänzungen zum öffentlichen Nahverkehr darstellen.

In unserem Projekt des Monats möchten wir Ihnen daher zum Start unserer Seite einen Überblick über zwei unterschiedliche Projekte geben, die sich in den letzten Jahren in unserer Region etabliert haben.

Die Mitfahrbank

Den Anfang macht die, durch ein interkommunales LEADER-Projekt entstandene „Mitfahrbank“.

Die Idee hinter der Bank ist einfach: Mit Hilfe verschiedener, mit Ortsnamen beschrifteter Schilder kann der oder die Wartende vorbeikommenden AutofahrerInnen zeigen, wohin die Reise gehen soll. AutofahrerInnen mit demgleichen oder einem ähnlichen Ziel können den oder die Wartende dann mitnehmen.

Die insgesamt 64 Mitfahr-Treffpunkte in den Eifelkommunen Bad Münstereifel, Schleiden, Dahlem, Monschau, Nideggen und Heimbach ermöglicht hierbei sogar kreisübergreifende Hin- und Rückfahrten.

Wer möchte, kann zudem im Vorfeld über die Seite der LEADER-Region Eifel seine Fahrt ankündigen und so bereits nach einem Fahrer oder einer Fahrerin suchen.

Bildtext: Zu sehen ist eine blaue Sitzbank an einer Landstraße. Neben der Bank steht ein beschilderter Pfahl, welcher es dem Reisenden durch verschiedene Schilder mit Ortsnamen ermöglicht, seinen Zielort auszuwählen. Vorbeikommende Autos wissen so, wo der Wartende hin möchte.

Netliner

Der Netliner ist ein innovatives Buskonzept, dass seinen Ursprung 2016 in Monschau hatte und sich seitdem schrittweise in der Umgebung ausweitet.

Die Idee der Netliner: Ein Bus, ohne fester Fahrplan. Die gefahrene Strecke wird für jede Fahrt individuell zusammengestellt und orientiert sich an den Zielhaltestellen der Fahrgäste.

Damit dies funktiert, müssen alle Fahrgäste ihre jeweilige Fahrt, mit Wunschzeit und Ort zuvor telefonisch, per App, oder im Internet anmelden.

August

Die Ersthelfer-App "Corhelper"

Viele Apps auf unseren Handys sind nicht mehr als kleine Spielereien, andere jedoch sind nicht nur praktisch, sondern können im Zweifellsfall sogar Leben retten.

Eine Region hält zusammen

Eine dieser wichtigen Apps ist die sogenannte Ersthelfer-App „Corhelper“, die seit einigen Monaten im Kreis Euskirchen, der Städteregion Aachen, Aachen, Düren und Heisberg im Einsatz ist. Und das mit Erfolg! Inzwischen konnten schon mehrere Menschen gerettet werden. Ein großer Vorteil liegt hierbei in der Kooperation der verschiedenen Städte, sowie des Kreises Euskirchen und der Städteregion Aachen. Hierdurch können die registrierten Helfer auch dann Leben retten, wenn sie gerade auswärts unterwegs sind.

Wie die App funktioniert

In gesundheitlichen Notfällen zählt jede Minute und wenn der Krankenwagen nach durchschnittlich 8 Minuten vor Ort ist, kann es bei manchen Probleme, wie zum Beispiel einem Herzinfakt bereits zu spät sein. Die Corhelper-App hilft, diese entscheidenden Minuten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte sinnvoll zu überbrücken und so Leben zu retten. Sobald ein Notruf mit lebloser Person registriert wird, sucht das System nach medizinisch geschulten Ersthelfern im Umkreis der betroffenen Person. Diese werden telefonisch informiert und können so binnen kürzester Zeit dem betroffenen Menschen zur Hilfe eilen.

Ersthelfer werden

Die Effizienz der Corhelper-App wächst mit seinen Helfern. Es ist daher wichtig, möglichst viele medizinisch geschulte Helfer zu finden, die bereit sind, sich als Ersthelfer registrieren zu lassen. Zur Zeit sind dies alleine im Kreis Euskirchen bereits mehrere hundert Menschen, doch der Landrat Herr Ramers hat die Hoffnung, dass ihre Zahl in Zukunft auch noch weiter steigt.

Die Idee der Netliner: Ein Bus, ohne fester Fahrplan. Die gefahrene Strecke wird für jede Fahrt individuell zusammengestellt und orientiert sich an den Zielhaltestellen der Fahrgäste.

Damit dies funktiert, müssen alle Fahrgäste ihre jeweilige Fahrt, mit Wunschzeit und Ort zuvor telefonisch, per App, oder im Internet anmelden.

September

Digitalkompass

Die Zeiten in denen Tablets, Handys und Smart Home Geräte nur für Spielereien für junge Erwachsene waren sind lange vorbei! Immer öfter entdecken gerade auch Senioren und Seniorinnen die Vorzüge dieser digitalen Hilfsmittel und haben den Wunsch, diese in ihren Alltag zu integrieren.

Damit dies einfach und individuell funktionieren kann, hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) zusammen mit „Deutschland sicher im Netz e.V.“ bundesweit bereits über 100 „Digital-Kompas“-Standorte ins Leben gerufen in denen speziell geschulte Senioren und SeniorInnen als Seniorenlotsen ihren Altersgenossen bei allen fragen rund um die Digitalisierung mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

Die Themen des Digital-Kompass

Das Projekt des Digital-Kompass beruht auf zwei verschiedenen Säulen. Die erste bildet die Internetseite www.digital-kompass.de. Hier findeen Interessierte umfangreiche Informationen rund um aktuelle Angebote, Veranstaltungen und quartalsweise wechselnde Schwerpunktthemen. Im Jahr 2021 wurden in diesem Zusammenhang bereits folgende Themen aufgearbeitet:

1. Digitales Rathaus

2. Smart Home im Alter

3. Grün und schlau: Digitales Leben in der Smart Green City.

Fotobescheibung: Nahaufnahme eines Tabletts, auf dem Mann eine Familie mit kleinem Kind sieht. Gehalten wird das Tablett von einem nicht näher erkennbaren Seniorenpaar.

Der Digital-Kompass im Kreis Euskirchen und der Städteregion Aachen

Die zweite Säule des Projekts bilden die lokalen Standorte des Digital-Kompass. Sie bieten neben verschiedenen und regional unterschiedlichen Angeboten wie dem „Digital-Cafe“, allgemeine Unterstützung bei Fragen und Problemen im Umgang mit Smartphone, Tablet und Co. Sie sind zugleich Anlaufstelle für Internetlotsinnen und -lotsen, die sich weiterbilden und ihr Wissen besonders an Ältere weitergeben möchten.

Digital Kompass Euskirchen

SIE – Senioren in Euskirchen (Stammtische in: Stadtbibliothek Euskirchen im Kulturhof)
Wilhelmstraße 32-43
53879 Euskirchen

Ansprechpartner/in Herr Bünger

 

Öffnungszeiten

Mo – Di: 11:00-18:00
Do: 11:00-19:00
Fr: 11:00-18:00
Sa: 11:00-14:00

Digitalkompass Aachen

Evangelische Initiative „Engagiert älter werden“
Annastr. 35
52062 Aachen

Ansprechpartner/in Gunhild Großmann
Telefon 0241 – 21155

 

Öffnungszeiten

Mi – Do: 13:30-15:30

Oktober

Die Generationengenossenschaft Eifel

In unserer Kategorie Helfer mit Herz haben wir Ihnen die Generationsgenossenschaft Eifel (GenoEifel) und ihr Angebot bereits kurz vorgestellt. Diese, auf das Gemeinwohl ihrer Mitglieder ausgerichtete Genossenschaft verbindet Menschen, die Hilfe im Alltag benötigen, mit jenen, die diese Hilfe gerne geben. Das Angebot reicht hierbei von einfachen Hausmeister Tätigkeiten, über verschiedene Formen des Gesellschaft leisten, wie gemeinsame Ausflüge und Spielenachmittage, bis hin zur Kinderbetreuung bei jungen Familien, oder Mitfahrgelegenheiten zum Arzt oder zu Veranstalten.

Für unser Projekt des Monats haben wir uns nun mit einer der rund aktuell 500 Mitglieder unterhalten und möchten Ihnen hiermit einen näheren Einblick in die Arbeitsweise der Genossenschaft ermöglichen. Den Namen unserer Interviewpartnerin haben wir aus Gründen der Privatsphäre geändert.

 

Ein kurzer Einblick in die Tätigkeit einer Helferin

Eigentlich ist Marianne S. selbst bereits im Rentenalter, doch Ruhe und Freizeit reichten der 69-Jährigen auf Dauer nicht. Es war der Wunsch ihre Zeit auch weiterhin sinnvoll zu nutzen, der sie schließlich zur GenoEifel geführt hat. Im Gegensatz zu einem Minijob, bei dem sie sich zu regelmäßigen und zeitlich festgelegten Terminen verpflichtet hätte, schätzt sie die Flexibilität, die ihr die Genossenschaft bietet. Sie entscheidet von Fall zu Fall selbst, welche Tätigkeiten sie übernehmen möchte und wann sie Zeit dafür hat.

Inzwischen hat sie zwei Haushalte, die sie mit unterschiedlichen Tätigkeiten unterstützt. Doch das, was ihre Hilfe hierbei so wertvoll macht, geht weit über die geleistete Garten- und Hausarbeit hinaus. Denn es sind oft gerade die sozialen Kontakte, die Wertschätzung füreinander und die nötige Unterstützung, um auch weiterhin selbstständig und eigenbestimmt leben zu können, die die Arbeit der Genossenschaftsmitglieder für beide Seiten so erfüllend macht.

„Ich bin so froh, dass ich diese Menschen kennenlernen darf,“ erklärt Frau S. in unserem Interview, „es geht darum, die Menschen an dem Punkt, an dem sie sich gerade befinden abzuholen, zu begleiten und dieses Leben zu bewahren, da wo es geht.“

Dieser Ansatz führt zu Beziehungen, von denen beide Seiten profitieren. So erzählt Marianne S. unter anderem voller Begeisterung von einem betagten Mann, den sie seit einiger Zeit bei der Gartenarbeit unterstützt. „Es ist so schön zu sehen, wie der Mann wieder aufblüht und anfängt wieder selbst Pläne zu entwickeln.“ Wirkte er zu Beginn ihrer Treffen noch in sich gekehrt und passiv, bringt er sich heute aktiv ein und versetzt zusammen mit Frau S. nach und nach seinen Garten wieder in den Zustand zurück, in dem er früher einmal war. „Letztens hat er ein altes Rosenbeet mit einem Springbrunnen wiederhergestellt, damit seine pflegebedürftige Frau es von ihrem Fenster aus sehen kann. So etwas ist natürlich sehr berührend.“

Die Grenzen zwischen Hilfebietenden und Hilfesuchenden ist fließend

Das Besondere an der Generationengenossenschaft Eifel ist, dass sie ihre Mitglieder nicht in starre Kategorien von Hilfesuchenden und Hilfebietenden einteilt. Das zeigt sich bereits anhand der Aufwandsentschädigung für die Ehrenamtlichen Helfer. Wer Hilfe leistet kann sich diese zwar auf Wunsch auch auszahlen lassen, er kann sie aber auch dazu nutzen, um selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen.

„Bei mir musste jetzt zum Beispiel mal eine Jalousie angebracht werden und dann konnte ich auch einfach die Geno anschreiben und kurzdarauf stand auch schon ein Helfer vor meiner Tür,“ erzählt Frau S. Daran selbst nicht nur zu helfen, sondern auch Hilfe anzunehmen, muss sie sich zwar noch etwas gewöhnen, aber allein, dass die Möglichkeit dazu besteht, gibt ihr ein Gefühl von Sicherheit. „Man weiß ja auch nicht, wie es einem in ein paar Jahren geht, aber so weiß man zumindest wie man sich selbst helfen und an wen man sich wenden kann.“

Die Stärke des Landlebens wiederentdecken

Eine der größten Stärken des Landlebens bildet traditionell die große Bereitschaft der Menschen sich umeinander zu kümmern und sich gegenseitig zu unterstützen. Und auch wenn sich die sozialen Strukturen in unseren Städten und Dörfern in den letzten Jahrzehnten auf Grund von neuen und modernen Lebensstilen verändert haben, so ist diese Bereitschaft doch immer noch vorhanden. Die GenoEifel bietet dieser Bereitschaft eine Plattform, die zur gegenseitigen Hilfe einlädt und so Menschen aus ähnlichen, oder auch ganz unterschiedlichen Lebensabschnitten zusammenbringt.

 

Kontakt zur GenoEifel

Emailadresse            info@GenoEifel.de

Telefonnummer        024 41 – 888 61

Internetseite              www.genoeifel.de

 

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